Es gibt Menschen, die lächeln, wenn sie hören: Ich halte den Raum.

Als wäre es Unterhaltung, eine Art Kunststück, das man spektakulär beweisen müsste.

Dabei ist es gerade das Unsichtbare, das uns hält.
Wer es nie erfahren hat, lacht leicht darüber.
Wer es nicht versteht, macht sich darüber lustig.

Und dabei übersieht er, dass Bosheit, Zynismus und Unglaube ebenfalls Schwingungen sind—
nur solche, die nach unten ziehen,
wo die Furchen tief sind und der Pflug auf dem Acker des Lebens stecken bleibt.

In Zeiten wie diesen, in denen Himmel und Erde unter ihren Lasten stöhnen,
braucht es große Kraft, um im Gleichgewicht zu bleiben.
Manchmal stolpern wir. Auch das ist in Ordnung.

Wir halten es für selbstverständlich, dass die Sonne jeden Morgen aufgeht.
Sie war ja schon immer da—es ist ihre Aufgabe, uns zu bescheinen.
Doch scheint sie, klagen wir; scheint sie nicht, klagen wir ebenso.

Aber wann halten wir wirklich inne, um das zu würdigen, was da ist?
Weil es uns wärmt, weil es allen den Weg zeigt?
Oder ganz einfach, weil es ist?

Die Natur ist in Zorn geraten.
Selbst das Gesicht der Sonne ist von Flecken gezeichnet,
als wolle auch sie uns erinnern: Sieh endlich, was in der Tiefe liegt.

Doch man kann die Sonne nur durch eine dunkle Linse betrachten.
Und wenn du dir nicht einmal die Mühe machst, nach einer Linse zu suchen,
wirst du nicht erkennen, worum du umherirrst.

Wie viel Dunkelheit braucht es,
damit du dich erinnerst, wie viel Licht dich auf deinem Weg ins Dasein begleitet hat?
Damit du Dankbarkeit fühlen kannst, während du als Mensch die Maske der Undankbarkeit trägst?

Ich weiß—du hältst täglich Sitzungen ab, hast lange Dankbarkeitslisten geschrieben, wie man es dir gesagt hat.
Weil man dann mehr bekommt.

Aber kannst du andere ohne Eigennutz erheben—hier, auf dieser Erde?

Hast du schon verstanden, dass nicht nur Buddha oder Jesus deine Hand geführt haben,
sondern viele Menschen, in denen die aufgestiegenen Meister leben?

Das Ego hält den Geist noch immer oft vom materiellen Leben fern.
Nur wenige waren fähig, ihn zu verkörpern.

Statt des Lichts der Meister
lernen wir in einem künstlichen Zirkus, unter künstlicher Beleuchtung…

Wenn wir der Sonne den Rücken kehren, aus der Leben und Licht strömen,
dann haben wir sie nicht erkannt
und nur eines gelernt: dem Schatten zu folgen.

Und wenn du ihr Leuchten siehst und dennoch mit Schlamm wirfst, weil dich ihr blendendes Licht stört,
dann wisse: Er fällt auf deinen eigenen Kopf zurück.

Und wenn du sie brauchst
und die Sonne ihr Lächeln dir zuwendet,
liegen Lichtjahre und ein harter Schlammhaufen zwischen dir und ihrem Segen.

~Dajbukát Ildikó
Spirit touch healing