(Wenn der Mensch sich selbst nicht mehr ausweichen kann)
Die meisten Menschen verbinden das Wort Armageddon mit dem Bild eines letzten Krieges.
Doch in der Offenbarung erscheint es eher als ein Punkt der Kollision.
Der Ort war ein strategischer Übergang, an dem sich die Wege alter Reiche kreuzten.
Wer dort stand, musste entscheiden: weitergehen, stehen bleiben oder kämpfen.
In der Geschichte wurde dort tatsächlich gekämpft.
Armeen zogen hindurch, denn wer diesen Weg nahm, hatte keinen Umweg.
Auch heute sehen und erleben wir Kollisionen.
Führer von Ländern entscheiden in einem Augenblick über das Schicksal von Millionen.
Land wird mit Gewalt genommen, während man das Geschehene mit einer Tischdecke zudeckt.
Doch der Punkt der Kollision erscheint nicht nur auf der Landkarte.
Er erscheint auch im privaten Leben eines Menschen.
Es ist der Moment, in dem sich zeigt, dass Loyalität, Sicherheit, Freundschaft und Wahrheit nicht immer in denselben Satz passen.
Bleiben wir loyal zu jemandem, der uns benutzt oder getäuscht hat?
Bleiben wir freundlich zu jemandem, der hinter unserem Rücken über uns spricht?
Schweigen wir, obwohl wir wissen, dass etwas nicht wahr ist?
Oder sprechen wir es aus und akzeptieren, dass dadurch etwas zu Ende gehen kann?
Viele versuchen in solchen Momenten, keine Entscheidung zu treffen.
Sie tun so, als wäre nichts geschehen.
Sie bleiben in der Dualität und machen sich selbst zum Schlachtfeld.
Doch die Natur solcher Kollisionspunkte ist, dass wir nicht für immer in ihnen bleiben können.
Ein solcher Punkt entsteht nicht nur zwischen Nationen oder zwischen zwei Menschen.
Er kann auch im selben Menschen stattfinden.
Zwischen Licht und Schatten.
Zwischen Wahrheit und Selbstrechtfertigung.
Zwischen einem alten Muster und einer neuen Erkenntnis.
In solchen Momenten bleiben drei Wege:
Wir kämpfen und projizieren auf den anderen, was wir in uns selbst nicht sehen wollen.
Wir bleiben stecken und tragen den Konflikt in uns weiter.
Oder wir bewegen uns und treten aus dem Kollisionspunkt heraus.
Denn wenn sich niemand bewegt, wächst die Spannung weiter.
Ab einem bestimmten Punkt kann man nicht mehr einfach aneinander vorbeigehen.
Irgendwann erkennt der Mensch, dass die Kollision nicht immer mit dem anderen geschieht.
Vielleicht nennt man diesen Ort deshalb Armageddon –
weil jede Seite glaubt, allein im Besitz der Wahrheit und des richtigen Weges zu sein.
Dajbukát Ildikó
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