(Die Verwirrung des Informationszeitalters)
Die Ereignisse der letzten Wochen haben bei vielen Menschen ein Gefühl der Unsicherheit hinterlassen.
Wenn sich die Geschehnisse um uns herum beschleunigen, vermehren sich auch die Erklärungen. Alte Texte, Prophezeiungen und Deutungen tauchen wieder auf. Es gibt immer jemanden, der bereits ein Muster erkennt, die Beteiligten zu benennen glaubt und dem Geschehen einen Namen gibt.
Aus diesem Grund greife ich nicht zu einem fast zweitausend Jahre alten Buch.
Weder als religiöse Erklärung noch als Prophezeiung.
Ich greife darauf zurück, weil dieser Text menschliche und gesellschaftliche Situationen erstaunlich präzise beschreibt: wie eine Epoche beginnt sich aufzulösen, lange bevor etwas Spektakuläres geschieht.
Mich interessiert darin nicht, wann das Ende der Welt kommt, sondern wie Menschen reagieren, wenn die Welt um sie herum unsicher wird.
Die Offenbarung beginnt mit dem Öffnen der Siegel.
Das ist keine Katastrophe. Es ist ein Phänomen: das Verschwinden einer gemeinsamen Wirklichkeit.
Wenn es zu ein und demselben Ereignis nicht mehr nur unterschiedliche Meinungen gibt, sondern unterschiedliche Welten. Alle hören dieselbe Nachricht, und doch sieht jeder eine völlig andere Geschichte darin.
Dieses seltsame Gefühl wird immer häufiger: als würden wir gar nicht mehr über dasselbe sprechen.
Wenn die bisherige gemeinsame Wirklichkeit zerfällt, werden Menschen nicht unbedingt zu Feinden — sie werden Bewohner verschiedener Welten.
Man kann am selben Tisch sitzen und dennoch nicht mehr in derselben Realität leben.
Vor großen Konflikten erscheinen meist nicht zuerst die Waffen, sondern das Verständnis verschwindet.
Können wir uns noch daran erinnern, was uns miteinander verbindet?
Ildikó Dajbukát
Spirit Touch Healing
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