Er steht wie eine Säule mitten im Chaos.
Seine Spitze berührt den Himmel, sein Licht leuchtet und weist den Verlorenen den Weg.
Jahrhunderte lang stand er fest in den Stürmen, während ringsum Kriege tobten, Sprachen sich vermischten und Welten zusammenbrachen.
Doch seine Mauern sind gerissen.
Die Leitern, die sich an ihn lehnten, die Stufen, die man trat, die Namen, die man in ihn ritzte — all das hat Spuren hinterlassen.
Die Last, die er seit dem Anfang trägt, zerreibt seine Steine langsam.
Das Gewicht der Jahrtausende drückt auf ihn — und dennoch zeigt er den Weg jenen, die nach Heimkehr suchen.
Er leuchtet nicht für sich selbst, sondern für die Welt.
Er bewahrt eine Ordnung jenseits der Zeit.
Wo ist derjenige, der ihn nicht nur nutzen will, sondern verstehen?
Der nicht seine eigene Spur hinterlassen möchte, sondern die verletzten Steine wieder einsetzen, die Mauern stärken und die kalte Steinhülle mit Farbe füllen würde?
Der sein kostbares Hemd ablegen würde, um den Regen aufzuhalten, der durch die Risse dringt?
Wo sind jene, die nicht nur das Licht wollen, sondern oben Lampen entzünden würden, damit die Welt nicht weiterhin in babylonischer Verwirrung aneinanderprallt?
Wie lange kann der Turm sich allein halten?
Wo ist derjenige, der nicht nur Schutz bei seinen Mauern sucht, sondern den Geist der alten Legenden ehrt, der in ihm lebt?
Denn jetzt fallen die Steine.
Jetzt bricht das Gefüge.
Und wenn er einstürzt, bleibt nichts als Staub und Trümmer.
Und mit ihm verschwindet der Zauber, den er für die Welt sichtbar machte — die Hoffnung für Herzen, die in die Ferne sehnen.
Der Turm steht noch. Doch sein Leben ist zerbrechlich.
Welche Zukunft haben wir, wenn er fällt und das Licht erlischt — oder wenn alles von Flammen verschlungen wird?
Komm. In deiner Hand liegt die Welt(helle).
In unendlicher Liebe,
Dajbukát Ildikó
Spirit touch healing