Wenn wir die Welt als etwas völlig Getrenntes von uns betrachten, entsteht leicht die Haltung, dass wir uns ständig gegen sie verteidigen müssen. Doch die Welt existiert nicht nur „da draußen“. Wir selbst sind Teil jenes Netzwerks, das wir Welt nennen. Unsere Gedanken, Gefühle, Worte und Entscheidungen gestalten den gemeinsamen Raum genauso wie die der anderen.

In diesem Sinne kann ein innerer Bruch entstehen, wenn wir ständig gegen die Welt kämpfen oder uns vor ihr schützen wollen – als würden wir versuchen, einen Teil von uns selbst auszugrenzen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir jeden Einfluss ungeprüft in unser Leben lassen sollten. Gesunde Grenzen zu setzen und bewusste Entscheidungen zu treffen, ist nicht dasselbe wie sich aus Angst abzuschotten. Das eine entsteht aus Klarheit, das andere aus Furcht.

In einem Zustand innerer Balance verändert sich auch der Fokus unserer Aufmerksamkeit. Er richtet sich nicht mehr darauf, wogegen wir uns schützen müssen, sondern darauf, was wir ausstrahlen und erschaffen möchten.

Dann bestimmen äußere Wellen nicht mehr ständig unseren inneren Zustand. Wir nehmen sie wahr, wir können auf sie reagieren, aber sie reißen uns nicht mit. Es ist wie ein Schiff, das nicht mehr jeder einzelnen Welle folgt, sondern seinem eigenen Kompass vertraut.

Wir müssen uns nicht gegen die Welt verteidigen, denn wir sind selbst ein Teil von ihr. In innerer Balance werden wir nicht mehr von äußeren Einflüssen gesteuert, sondern gestalten aus unserem eigenen Zentrum heraus die Welt mit, zu der wir gehören.

Wenn wir unsere Mitte verlieren, formt die Welt uns. Wenn wir zu uns selbst zurückfinden, beginnen wir, die Welt durch die Qualität unserer Präsenz mitzugestalten.

Das ist gemeinsames Erschaffen, nicht Verteidigung. Es geht nicht darum, die Außenwelt auszuschließen, sondern darum, welche Erfahrung, welche Präsenz und welche Schöpfung wir in den gemeinsamen Raum einbringen.

~ Ildikó Dajbukát
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