Im Leben geschehen Dinge, an die du dich am liebsten nicht erinnern möchtest. Du wirst verlassen, betrogen, gedemütigt, belogen oder einfach nicht gesehen. Solche Erlebnisse verschwinden nicht spurlos, nur weil die Situation vorbei ist. Sie bleiben in dir, weil du sie erlebt hast. Dein Nervensystem, dein Gedächtnis, dein Körper und deine Gefühlswelt haben sie gespeichert.
Wenn ein neuer Verlust eintritt, schmerzt oft nicht nur dieses eine Ereignis. Alle ähnlichen Erfahrungen reagieren gleichzeitig.
Deshalb scheint es manchmal, als könntest du die letzte Trennung nicht loslassen, obwohl in Wahrheit alle früheren Erfahrungen von Verlassenwerden, Enttäuschung und fehlender Liebe gleichzeitig in dir lebendig werden.
Weil du all das erlebt hast, ist ein Teil von dir dort geblieben.
Nicht das Ereignis selbst hält dich fest, sondern der Teil von dir, der diesen Moment nie wirklich verlassen hat. Man muss das nicht das innere Kind nennen. Es bedeutet einfach, dass ein Teil von dir noch immer in dieser Geschichte lebt.
Vielleicht reicht es deshalb nicht, wenn jemand sagt: „Lass doch einfach los.“ Denn nicht den anderen Menschen kannst du nicht loslassen, sondern den Zustand, in den dich dieser Verlust eingeschlossen hat. Du sehnst dich nach dem schönsten Gefühl zurück, das du vor dem Schmerz erlebt hast, als du glücklich warst. Du sehnst dich nach dem Menschen, der du vor diesem Schmerz warst.
Jede Erfahrung hinterlässt Spuren. Solange diese Spuren nicht verarbeitet sind, können sie immer wieder dieselben Gefühle hervorrufen. Das ist zutiefst menschlich – unabhängig davon, ob die Wunde in der Kindheit oder im Erwachsenenalter entstanden ist.
Vielleicht suchst du gar nicht den Menschen, der dir fehlt. Vielleicht versuchst du den Menschen wiederzufinden, der du warst, als du dich noch sicher, geliebt und ganz gefühlt hast.
Erinnerst du dich noch an dein glücklichstes Selbst?
Hast du den Weg dorthin wiedergefunden?
Bist du noch mit diesem Teil von dir verbunden?
Gib dich mit nichts Geringerem zufrieden als mit deinem wahren Selbst.
Möge jeder deiner Schritte dich dorthin zurückführen.
~ Dajbukát Ildikó
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