Der Fels lehrt Standhaftigkeit. Fest, unbeweglich, mit zeitloser Geduld.
Die Blume lehrt das Erblühen. Dich zu zeigen, auch wenn du vergänglich bist.
Der Baum lehrt Verwurzelung. Zu wachsen und dich zugleich auf die Tiefe zu stützen, die niemand sieht.
Die Wolke lehrt Loslassen. Die Form zu wechseln, weiterzuziehen, nicht festzuhalten.
Der Regen lehrt Reinigung. Zu fallen, zu geben, Leben zu erwecken und dann zu verschwinden.
Die Sonne lehrt Strahlen. Bedingungslos zu wärmen, auch wenn es niemand dankt.
Der Sturm lehrt Befreiung. Zu toben, zu klären und den Weg für die Stille zu öffnen.
Die Sterne lehren Erinnerung. Daran, woher du kommst, und dass im Dunkel Millionen Lichter gemeinsam leuchten.
Der Fluss lehrt das Fließen. Nicht zu kämpfen, sondern sich vom Leben tragen zu lassen — und dennoch anzukommen.
Die Wiese lehrt Sein. Nichts anderes sein zu wollen als das, was sie ist.
Die Vögel lehren Vertrauen. Sich abzustoßen, zu fliegen und zu wissen, dass der Wind mit dir ist.
Die Schmetterlinge lehren Wandlung. Das Alte loszulassen und leicht ins Licht aufzusteigen.
Alles lehrt, wenn wir lernen, über das Sehen hinaus wahrzunehmen.
Wenn wir nicht nur eilen, sondern innehalten und lauschen.
Denn Gott spricht auch dort, wo der Wind rauscht, das Licht hindurchscheint und die Stille lebendig wird.
Der Schöpfer ist überall gegenwärtig. In jeder Regung liegt die Lehre der Liebe.