Der heutige Tag ist in vielerlei Hinsicht ein neuer Anfang.
Nach dem Abschluss der Vergangenheit erscheint das erneuernde Licht des Mondes…
an manchen Orten ist es der erste Tag des neuen Jahres, anderswo ein Schritt in eine neue Lebensform.
In Wahrheit ist es der zyklische Wandel des Lebens. Neu — und zugleich alt.
Denn der Mond ist immer da, die Tage und Jahre enden, und doch ist das Nächste schon wieder da.
Wir sind noch immer dieselben — und doch hat sich alles völlig verwandelt, sogar unsere Zellen, während wir bis hierher gelangt sind.
Wir leben. Und oft bemerken wir es erst, wenn es dem Ende nahe ist.
Bis dahin funktionieren wir, indem wir uns den Bedürfnissen anderer anpassen.
Wir verzichten auf UNSelbst.
Und in diesem Moment wird unser Licht schwächer.
Denn allein geht es nicht.
Wir geben dem Anderen die Schuld.
Wir verletzen UNS selbst mit Worten.
Wir überlassen uns den rasenden Annahmen im Kopf, lehnen die dramatischen Gefühle des Egos ab oder kipjük sie aus.
Wir fliehen.
Im Schachspiel des Verstandes versuchen wir, es allen recht zu machen. Und dann…
Plötzlich hören wir auf, wir selbst zu sein.
Plötzlich spüren wir nicht mehr das Schwingen unseres Herzens.
Plötzlich wird alles ausgebrannt und leer.
Plötzlich werden wir einsam.
Plötzlich ist Liebe nur noch ein Wort.
Plötzlich finden wir die Freude nicht mehr.
Doch das ist die Illusion.
Das Wesen des Lebensspiels besteht darin, sich im Labyrinth des angesammelten Wissens und der Gefühle zurechtzufinden — und zurückzukehren dorthin, woher wir kamen und wo wir immer waren:
in die Welt der Liebe, des Friedens, der Freude und der Unbeschwertheit.
Alles dreht sich um uns.
Im Moment gegenwärtig sein.
In Bewegungslosigkeit im Fluss sein.
Das Leben durch uns entstehen lassen.
Annehmen, dass alles ein Teil von uns ist — und wir ein Teil von allem sind.
Das Geschehen geschehen lassen. UNS dem Kraftfeld öffnen, das sich durch uns ausdrücken möchte.
All das wird vor uns verdeckt durch kleinliche Streitereien, Spielchen, Manipulation und Besitzanspruch…
Früher oder später werden wir müde. Wir geben den Kampf auf.
Und das ist der Moment, in dem wir endlich wieder zu leben beginnen.
Dann beginnt eine neue Zeitrechnung, der Neumond zeigt sich — und wir werden wieder frei, weil wir trotz Schmerz und Angst den Mut hatten, UNS selbst zu wählen.
Dankbarkeit und Wertschätzung für diese Erfahrung.